[27.10.2003] mir ist zum kotzen: achtung, jetzt folgt ein ganz persönliches statement eines ewig gestrigen. als ich vor hundert jahren anfing musik zu machen und das eigentlich immer mit anderen stand das miteinander im vordergrund. klaro gabs immer so ein bissel gucken nach den anderen, und wie gut die und der ist/sind, aber nie wirklich neidend oder konkurrierend. solche musiker sind mir auch begegnet; jene die bei nem konzi geguckt haben "oh ich bin besser als der" und die nur zufrieden heim gingen, wenn sie für ihre reichweite die größten sind. die sind aber doch eher die minderheit. ich freu mich über musik, und über musiker und das zusammen machen.

und jetzt werden wir überschwemmt von den perversen umsetzungen der werbeindustrie. meine mädels ziehen sich seit wochen dieses poppstars-zeug rein und das ist sowas von absurd. da werden mainstream-konforme junge leute gecastet, ihnen wird ins ohr geduselt wie gut sie wären, sie werden mit einem riesen werbeaufwand aufs volk geworfen und im nächsten moment vor den sesselpupsern wieder zerlegt. und dann sollen sie selbst noch entscheiden, wer jede woche da rausgepfeffert wird. zehn kleine negerlein, nur fast ohne fremdeinwirkung. ich könnt wie schon gesagt ... ok, mich übergeben.

da wird mit unausgeprägten persönlichkeiten auf und ab gespielt, wird mit talent umgegangen wie mit einweggeschirr und da wird denen eingepleut, dass nur der beste und stärkste und schönste und was-weiß-ich-noch-was zählt. zweiter oder gar gleich guter ist nix wert. da werden junge menschen mit dem spruch "ich weiß du wirst deinen weg alleine machen" nach hause gejagt, von den eigenen mitstreitern, die dann doch nur auswählen wer könnte ihnen gefährlich werden. jepp, trainiert die zukünftigen gleich aufs ich-ich-ich und wir-haben-uns-trotzdem-alle-lieb .... und das alles bitte mit fett aufgezogener blende, bitte jedes detail, jede träne, jeder zusammenbruch. das macht uns doch an. ich hasse es.

ich möcht diese ganzen medienvergewaltiger auf ne insel sperren. da kann dann der gitarrist von thomas anders und der tanzlehrer von den noangels-overboards-preluders palmen bei ihrer performance (welch ein wort) casten, dirigieren, verbiegen, nur brechen werden die sie nicht mit ihrer menschenverachtenden art, die halten ihnen stand. und das gilt ja auch für irgendwelche preiswettbewerbe.

klar wär es verheißungsvoll, bei so nem mal mit zu machen und zu sehen wie weit wir kämen. aber dann denkste du sollst da raus und gegen andere bands spielen. bisher hab ich immer mit anderen gespielt und mich mit gefreut, und jetzt sollen die konkurrenten sein? wie weit geht man da im konkudenken? ums richtig zu machen eigentlich bis zur sabotage! ne, danke, dann lieber unprämiert alt werden. und ganz lieb und brav nachts sich für das publikum den poppes aufrubbeln :-) "we love to entertain you" .........

das war wie gesagt ein persönliches ekelstatement vom holger und spiegelt in keinster weise die meinung der band wieder ... wobei, ich glaub doch ;-)